Sonntag, 28. April 2019

Ein Ende der Rally in Sicht?


Das AA+ Master-Trading Wikifolio ohne Hebel kann seit Jahresbegin ein Kursplus von 11,5% verzeichnen. Leider hat meine zum Jahresstart sehr defensive Ausrichtung hier etwas an Performance gekostet. Diese Ausrichtung wurde aber spätestens, nachdem der DAX die wichtige Hürde bei ca. 11850 Punkten fast mühelos hinter sich gelassen hat, aufgegeben, da der Markt einen sehr robusten Eindruck machte. Die US-Indices sind ohnehin extrem bullisch und notieren nahe oder auf Allzeithoch (Nasdaq). Laut den großen US-Banken ist die Rally an den US-Börsen überwiegend durch Aktienrückkäufe von Unternehmensseite getrieben, während die Institutionellen Marktteilnehmer eher auf der Verkäuferseite standen. Ich finde diesen Sachverhalt bemerkenswert, dass trotz des Abbaus von Aktienbeständen die Märkte derart zulegen konnten. Aber auch an den Europäischen Börsen steht wohl noch sehr viel Kapital an der Seitenlinie, da auch hier die wenigsten den Anstieg als Nachhaltig ansehen. Auch wenn man sich einige größere Wikifolios anschaut, so ist mein subjektiver Eindruck das auch hier sehr große Cashbestände gehalten werden. Nimmt man dies als Maßstab für die privaten Anleger, so kommt man zu dem Schluss, dass wohl auch sehr viele Privatanleger noch auf günstigere Einstiegskurse warten. Fast man nun alle diese Faktoren zusammen wäre diese eigentlich der perfekte Nährboden um die Rally erst so richtig ins Rollen zu bringen.
Wären da nicht die nach wie vor anhaltenden Konjunktursorgen, welche vor allem durch die schwachen (deutschen) Wirtschaftsdaten eher bestätigten, dass die Wirtschaft möglicherweise vor einem Abschwung oder gar einer Rezession steht. Jedoch sind diese Daten mit Vorsicht zu genießen, da es auch gut möglich ist, dass sich die Wirtschaft bereits wieder erholt. Stellt sich heraus, dass es sich nur um eine kleine konjunkturelle Delle handelt, so sind die aktuellen Kurstände wohl eher Kauf- als Verkaufskurse, den sehr viele, vor allem zyklische Werte, sind immer noch sehr günstig bewertet.
Alles in allem bleibt die Lage momentan sehr undurchsichtig und wer auf Nummer sicher gehen will, ist mit einer etwas höheren Cashquote durchaus gut beraten, lässt aber möglicherweise Performance liegen.
Im AA+ Master-Trading ohne Hebel Wikifolio werde ich auch weiterhin einen sehr flexiblen Ansatz verfolgen. Vorerst werde ich die Cashquote im Bereich 20-30% halten, da die Börsenampeln weiter auf grünen stehen und bis jetzt kein Anzeichen von Schwäche zu erkennen ist. Solange das Wikifolio nahe dem Jahreshochs notiert besteht kein Anlass vorschnell aus dem Markt zu gehen, jedoch habe ich für die meisten Depotpositionen einen Stopp-Alarm im Markt und werde in Abhängigkeit des Gesamtrisikos, wenn nötig, die Cashposition erhöhen. Von Positionen in Short-ETFs auf den DAX werde ich solange die Markttechnik auf Long ausgerichtet ist keinen Gebrauch machen und werde die Risikokomponente nur über die Cashquote steuern.
Ich denke es bleibt in den nächsten Tagen und Wochen weiterhin sehr spannend. Die Quartalsberichtsaison nimmt so langsam richtig Fahrt auf und einige Depotwerte werden in den nächsten Tagen ihre Zahlen präsentieren. Oberste Priorität hat nach wie vor dass das Wikifolio ohne größere Rücksetzer nahe dem Benchmark nach oben läuft. Ich bin guter Dinge dass das Jahr 2019 weiterhin sehr Erfolgreich für das AA+ Master-Trading ohne HebelWikifolio verlaufen wird. Desweitern plane ich einige Veränderungen bei den anderen bestehenden Wikifolio. Ich werde Sie hierzu zeitnah auf dem Laufenden halten. 

Sollten Sie Fragen oder Anregungen haben freu ich mich von Ihnen zu hören.

Mit freundlichen Grüßen

A.Albietz

Mittwoch, 20. März 2019

Kurzes Strategie Update


Das Wikifolio AA+ Master-Trading ohne Hebel bewegt sich momentan sehr ruhig aufwärts. Seit Jahresbeginn steht nun ein Plus von ca. 7,5% zu Buche. Das ist zwar bis jetzt weniger als der DAX vorweisen kann, dies sollte sich aber im Laufe der nächsten Wochen relativieren. Gestern habe ich die Long-Positionierung im Wikifolio deutlich zurück gefahren. Dies hat verschiedene Gründe, der wichtigste ist wohl die heute Abend anstehende FED Sitzung. Der Markt erwartet hier wohl eine nicht weiter anziehende Geldpolitik, also vorerst keine weitere Zinserhöhungen in den USA. Sollte Jerome Powell (US-Notenbank-Vorsitzender) nicht wie erwartet liefern, besteht wohl erst einmal erhebliches Korrektur Potential an den US-Börsen, welchem sich auch der DAX wohl nur schwer entzieht wird können. Ebenso nicht ganz unerheblich ist nach wie vor der Handelsstreit zwischen US und China, welcher in meinen Augen noch längst nicht gelöst ist. Auch wenn über kurz oder lang eine Einigung sehr wahrscheinlich ist, so hat man das Gefühl das der Markt von einer sicheren Lösung in naher Zukunft ausgeht und somit eigentlich eher negatives Überraschungspotential besteht. Und dann wäre da noch der Brexit, welcher längst nicht gelöst ist und bei dem man langsam immer mehr das Gefühl bekommt, dass die Briten überhaupt keine vernünftige Lösung hinbekommen wollen.


Überwiegende aus diesen Gründen nehme ich vorerst wieder eine deutlich defensivere Haltung ein, hoffe aber dass diese Probleme vernünftig gelöst werden können. Aber auch von der Charttechink wird es vor allem für den DAX bei ca. 11.850 Punkten schwer werden, weiter nach oben durchzustarten. Und brandaktuelle kam BMW heute Morgen mit einer verstecken Gewinnwarnung an den Markt und reduziert die Prognosen für 2019. Der DAX dreht darauf hin mit über ein Prozent ins Minus. Sollte sich die Lage dennoch zu positiven Wende werde ich meine Haltung zügig anpassen und wieder stärker in den Markt gehen, aber bis dahin heißt es Sicherheit geht vor.

Mit freundlichen Grüßen 

A.Albietz

Sonntag, 10. Februar 2019

Kurzes Update zur aktuellen Marktlage


In der vergangenen Woche kehrte die Volatilität in den DAX zurück und er konnte die 11.000 Punkte bis jetzt nicht halten. Wie fast zu erwarten war stellte sich der Bereich um 11.300 Punkte als harter Widerstand heraus. Dennoch sollte man hier nicht alle Positionen blindlings verkaufen und zu 100% auf Short setzen, denn was wäre gewesen wenn der Markt einfach weiter steigt? Meiner Meinung nach sollte man lediglich das Risiko an solch markanten Chart-Marken reduzieren und seine Positionierungen anpassen, so ist es nicht weiter verwunderlich das auch das AA+ Master-Trading Wikifolio ohne Hebel mit dem Markt in eine Korrektur überging. Entscheidend wird nun für die nächste Woche wie sich der Markt rund um die wichtige 11.000er Marke verhält. Sollten zum Wochenauftakt wieder starke Verkäufer in den Markt treten und mit hohem Volumen den Markt nach unten drücken, dann sollte man sehr vorsichtig werden, denn das Momentum, am vergangenen Donnerstag, zur Unterseite war nicht unerheblich und die Jahrestiefs könnten schnell wieder in Reichweite kommen. Aber noch ist für die Bullen nicht alles verloren und es könnte sich auch nur um einen Pullback, in der vorangegangenen Aufwärtsbewegung handeln. Hier wäre ein Tagesschlusskurs untern 10.800 Punkten als äußerst kritisch zu werten. Schon am Freitag zeigte sich ein erster Stabilisierungsversuch, nachdem die US-Börsen ein kleines Reserval hingelegt haben und es fällt auch in 2019 auf, dass sich die US-Märkte in einer deutlich besseren Verfassung befinden als die europäischen Börsen und explizit als der DAX.
Für die nächste Handelswoche heißt nun als genau hinschauen wie sich die Börsen entwickeln und vor allem wie, sowohl schlechte, als auch positive Nachrichten vom Markt aufgenommen werden. Im AA+ Master-TradingWikifolio ohne Hebel habe ich auch für die kommende Woche einen klar definierten Plan. Kurz vor dem Verkauf stehen zum Beispiel die Positionen von BASF und Covestro. Hier ging das Trading Setup bis jetzt nicht auf, da überwiegend die zyklischen Werte in der letzten Woche verkauft wurden. Auch die Aktien von Drillisch und Freenet bereite gerade wenig Freude, jedoch habe ich noch etwas Geduld und die Verlustgrenze ist noch nicht erreicht. Ich denke dass das handeln von US-Werten auf der Longseite auch in den nächsten Tagen und Wochen ein weitaus besseres CRV bietet, als das Traden von deutschen Standardwerten und somit werde ich mich weiterhin nach neuen interessanten Setups, in den US-Märkten, umschauen. Ebenso interessant könnten aber auch wieder chinesische Titel werden, überwiegend dann wenn sich Fortschritte im Handelsdisput abzeichnen. Ganz weit oben auf der Einkaufsliste wäre hier z.B. eine Baidu, aber auch andere Titel zeigen zunehmend Erholungstendenzen und in vielen Charts erkennt man Ansätze einer Vollendung von Bodenbildungsformationen. 

Es bleibt also auch weiterhin spannend in 2019 und die erhöhte Vola bietet immer wieder neue Trading-Chancen.

Mit freundlichen Grüßen 

A. Albietz 

Sonntag, 3. Februar 2019

Resümee des ersten Börsenmonats in Jahr 2019


Das AA+ Master-Trading ohne Hebel Wikifolio konnte seit Jahresstart ca. 4,5% an Wert hinzugewinnen. Diese Tatsache für sich alleine betrachtet wäre sehr positiv und man würde dies gerne für jeden Monat dankend akzeptieren, denn dann würde am Ende des Jahres eine Rendite von über 50%, auf Jahressicht, zu Buche stehen. Da der Dax aber in diesem Jahr einen Wertzuwachs von über 7% geschafft hat, ist die Rendite im Wikifolio nur bedingt zufrieden stellend und somit klar unter dem Benchmark.
Diese Ansicht relativiert sich aber, wenn man bedenkt mit welchem Risiko die Rendite im Wikifolio erzielt wurde. Das Wikifolio war fast den ganzen Januar hindurch mit weniger als 50% effektiver Investitionsquote im Markt und somit war das eingegangene Risiko sehr gering. Im Nachhinein war dies natürlich ein Fehler oder zumindest nicht optimal, aber wie immer bekommt man die Antwort ob es richtig oder falsch ist investiert zu sein, immer erst im Nachgang geliefert und perfektes Markt-Timing ist sehr schwierig oder gar unmöglich. Was wäre gewesen wenn die Märkte auch im neuen Jahr weiter auf Talfahren gegangen wären und der DAX Ende Januar bei 8.000 Punkten gestanden hätten? Dann wären wohl viele froh gewesen wenn sie bei knapp über 10.000 Punkten Short wären oder zumindest nicht allzu stark investiert gewesen wären. Der einfache Spruch "hinterher ist man immer schlauer" trifft es hier sehr gut. Denn auch jetzt wenn der DAX bei ca. 11.200 Punkten notiert stellt sich die Frage ist er billig oder teuer, und die "wirklich" Antwort darauf wird man erst später bekommen. Sollte man nun also stark oder wenig stark investiert sein? Ich persönlich denke die viel wichtigere Frage die sich hier stellt, habe ich mein eingegangenes Risiko unter Kontrolle? Und die subjektive Antwort für mich ist hier für 2019, Ja. Im Nachhinein betrachtet ist mir diese 2018 leider nur bis ca. zur Jahresmitte gelungen. Gegen Ende habe ich einige Risiken ganz klar unterschätzt und noch erschwerend hinzu kam, dass ich einige Positionen, aufgrund des investierten Kapitals, nicht hätte Marktschonend verkaufen können. Und so wurde ich zur "Geisel" meiner eigenen Positionierung und habe zu geschaut wie sich Buchgewinne in Buchverluste verwandelten. Aber auch bei manchen liquiden Werten habe ich den zeitnahen Ausstieg verpasst, was mir so nicht hätte unterlaufen dürfen. Was zum Beispiel bei einer Nvidia relativ gut funktioniert hat, ging zum Beispiel bei einer auch sehr gut gelaufenen AMD komplett daneben. Nvidia habe ich bei sich anbahnender Schwäche immer weiter reduziert und am Ende gänzlich veräußert, was nüchtern betrachtet die richtige Strategie war und eigentlich fast immer auch ist. Bei AMD hingegen hab ich zugesehen wie sich über 50% Buchgewinne wieder in Luft aufgelöst haben um anschließend diese Stücke im Verlust wieder zu verkaufen. Hier muss ich aber anmerken, dass die jetzige Position bei AMD mit der Positionierung im letztens Jahr nichts gemeinsam hat und die jetzige bis jetzt ein reiner Earnings-Play mit klar definierten Regeln ist.
Wenn ich gefragt werden warum ich im DAX nahe des Jahrestiefs bei ca. 11.000 Punkten Short gehe, so mache ich dies nicht weil ich denke ich habe ein besseres Markt-Timing als andere, sondern einzig aus dem Grund damit ich das Risiko im Depot besser kontrollieren kann. Es ist einfacher in Sekunden schnelle die Long-Positionierung durch einen Kauf eines hochliquiden DAX-Short-ETF zu reduzieren, als mühsam einzelne, zum Teil relativ illiquide Titel, zu veräußern. Wer schon einmal Einblicke in die Arbeitsweise großer Fonds hatte dem ist bewusst, dass die Risikosteuerung eines Portfolios über das Kaufen und Verkaufen von Futures zur Anpassung des Marktrisikos gängiges Mittel ist. Da es mir bei Wikifolio nicht möglich ist DAX-Futures zu handeln sehe ich dieses Mittel als einzige valide Möglichkeit dies umzusetzen. Bei Wikifolios mit sehr geringem investiertem Kapital ist ein schneller Verkauf einer Position fast zu jeder Zeit möglich und macht diese Herangehensweise überflüssig, nicht aber bei mehreren Million oder gar Milliarden wie es bei großen Fonds die Regel ist.
Der Verlust im letzten Jahr war ärgerlich, aber ich probiere soweit es geht daraus zu lernen um begangene Fehler möglichst in Zukunft vermeiden zu können. Fehler, wenn auch in diesem Fall teuer, sind durchaus nützlich wenn man daraus die richtigen Schlüsse zieht. Ich könnte zu diesem Thema wahrscheinlich noch etliche Seiten füllen, ich will Sie, liebe Leser und Investoren, aber hier nicht noch weiter mit meiner persönlichen Selbstreflektion langweilen.
Für das AA+ Day-Trading Wikifolio muss ich sagen, dass es mir bis jetzt leider nicht gelungen ist meine DAX-Handelsstrategie gewinnbringend umzusetzen, deshalb plane ich hier wesentliche Veränderungen. Zuerst möchte ich mich hier bei allen bedanken die mir bei diesem Projekt ihr Vertrauen geschenkt haben, auch wenn sich fast jeder wieder von Seinen Stücken getrennt hat, was ich durchaus nachvollziehen kann. Vielleicht kann ich Sie ja zu einem späteren Zeitpunkt erneut davon überzeugen hier zu investieren.
Ich habe mir sehr viel Gedanken gemacht wie es in diesem Wikifolio weiter gehen könnte, denn es ärgert mich sehr dass dieses Wikifolio momentan im Verlust steht. Damit sich dies ändert bedarf es einiger Anpassungen.
Es sollen weiterhin nur kurzfristige Trades (Setups) umgesetzt werden, jedoch nicht ausschließlich nur auf den DAX mit Hebelprodukten. Umgesetzt werden Trades in allen Asset-Klassen (Indizes, Aktien, Devisen, Rohstoffe, etc.). Die Haltedauer wird nicht ausschließlich auf einen Tag, also auf Intraday-Trades begrenzt, jedoch sollen nur kurzfristige Trades umgesetzt werden (wenige Tage bis maximal Wochen). Ebenso wird die maximale Investitionsquote immer unter 50% liegen und jeder einzelne Trade hat einen maximalen Stopp-Loss von 1% des Gesamtdepots (1R). Ebenso so dürfen nie mehr als 5 Trades zur gleichen Zeit umgesetzt werden und der maximal tolerierbare Draw-Down vom letzten Depothöchststand soll bei maximal 15% liegen.
Ich werde auch in Zukunft Trades auf den DAX durchführen, allerdings werden diese nun meist als Swing-Trades durchgeführt, da diese weit besser realisierbar sind und auch in der Vergangenheit eine gute Trefferquote hatten. Die Gewichtung werde ich je nach Volatilität an den Märkten anpassen.
Ich würde mich freuen wenn sich auch in Zukunft Interessenten für dieses Wikifolio finden würden. Es genügt ja auch wenn Sie einfach nur hin und wieder einmal rein schauen wie sich mein Vorhaben entwickelt. 

Ich bedanke mich bei allen Investoren, Interessenten und Leser und freue mich wie immer über Feedback, sowohl positives alles auch negatives.

Mit freundlichen Grüßen 

A.Albietz

Sonntag, 20. Januar 2019

DAX über 11.000 Punkten, ist nun der Abverkauft überstanden?



Der Start an den Börsen in das neue Jahr verlief weltweit bis jetzt sehr positiv. Viele Risiken wurden vorerst ausgeblendet. Positive Signale  gab es vor allem bei der Entwicklung des Handelsstreit zwischen den USA und China, aber auch die FED (amerikanische Notenbank) deutete an, dass eventuell die im Dezember noch avisierten zwei weiteren Zinserhöhungen in 2019, verschoben werden oder gänzlich ausbleiben könnten. Negative Nachrichten wie der weiterhin anhaltende "Government Shutdown" oder der im britischen Parlament deutlich abgelehnte Brexit-Vertrag mit der EU, hatten keinen Einfluss auf die Märkte. Eigentlich ein positives Zeichen wenn "Bad-News" ignoriert werden, oder sogar zu steigenden Kursen führen. Dies zeigt recht deutlich, dass der starke Abverkauf, vor allem im Dezember, doch vielleicht etwas zu viel des Guten gewesen sein könnte und viele Marktteilnehmer ihre Portfolios vielleicht etwas zu stark gehedged haben und nun gezwungen waren Ihre Positionierungen anzupassen. Dies führte dazu, dass der Widerstandbereich im DAX bei rund 11.000 Punkten geradezu überrannt wurde. Da auch der Wochenschlusskurs deutlich über diesem Niveau liegt, scheint der Widerstand überwunden. Nicht selten kommt es aber im Verlauf einer so deutlich Erholung, meist zu einem "Pullback" auf das vorherige Ausbruchslevel. Und genau hierauf lege ich meinen Fokus in der nächsten Handelswoche und lege jedem nahe, die Entwicklungen sehr genau zu beobachten. Ich persönlich denke hier in Szenarien, bezogen auf den DAX, und habe mir für die jeweiligen möglichen Entwicklungen verschiedene Handelsstrategien zu Recht gelegt. Im groben gibt es hier für mich drei mögliche Hauptszenarien mit verschiedenen Entwicklungspfaden, welche ich kurz andeuten möchte.
Szenario 1 welches ich für relativ wahrscheinlich erachte, spiegelt eine Preisakzeptanz auf einem Niveau im Bereich des Schlusskurses von Freitag wieder, bei dem die Kurse vorerst weitestgehend seitwärts tendieren, allerdings mit gewissen Ausschlägen zur Ober- und zur Unterseite. Diese Seitwärtsphase hätte dann solange Bestand bis möglicherweise neue Nachrichten, die Kurse nachhaltig in die eine oder andere Richtung weiterbewegen um dann in Szenario 2 oder 3 zu wechseln.
Szenario 2 würde implizieren, dass der starke Kursanstieg vom Freitag möglicherweise auf Fehlallokationen im Zuge des Verfallstermins zurück zu führen sind und darum die Kurse wieder unter 11.000 Punkten im DAX und tiefer fallen würden. Eventuell setzt dann auch eine Trendfortsetzung auf der Unterseite ein, da sich der DAX übergeordnet noch immer in einem Abwärtstrend befindet.
Szenario 3 wäre ein direkter, weiterer Anstieg des Marktes in den Bereich 11.600 bis 11.800 Punkten oder höher, weil die großen Marktteilnehmer immer noch stark unterinvestiert sind und es im Zuge dessen, es erneut zu einem Short-Squeeze kommt.
Ich habe keine Glaskugel und kann nicht mit Gewissheit sagen wie es an den Märkten in den nächsten Tagen oder Wochen weitergeht, aber ich habe mich auf die wahrscheinlichsten Entwicklungen vorbereitet. Im AA+Master-Trading ohne Hebel Wikifolio habe ich zum Jahresstart eine sehr defensive Positionierung verfolgt und habe den Investitionsgrad stark reduziert. Im Nachgang wäre dies nicht notwendig gewesen, da sich der Markt seit Jahresstart sehr positiv entwickelt hat. Dennoch fand ich dieses Vorgehen richtig, auch wenn dadurch die Erholung im Wikifolio nicht so stark ausgeprägt war, wie vielleicht in anderen. Aber keiner konnte mit Sicherheit vorhersagen wie die Stimmung an den Märkten sein wird und auch jetzt kann keiner wissen ob wir die Jahrestiefs für 2019 schon hinter uns haben, oder ob die Kurse noch viel tiefer fallen werden. Das AA+ Master-Trading ohne Hebel Wikifolio ist, Stand heute, relativ neutral ausgerichtet. Der Investitionsbestand an Long-Positionen liegt bei knapp 50% und dem gegenüber steht ein Shortbestand an 2X Short ETFs auf den DAX von 21% was einer Shortpositionierung von ca.42% entspricht. Geht man nun davon aus, dass die Auswahl der Long-Positionen besser performed als der Benchmark, der DAX, so ergibt sich ein relatives Gleichgewicht, also Marktneutralität. Das diese Berechnung nur angenäherte Gültigkeit besitzt ist mir durchaus bewusst, dennoch wollte ich diese hier kurz darlegen.
Für die kommende Handelswoche habe ich mir eine umfangreiche Watchlist erarbeitet, um für den Fall weiter haussierender Märkt schnell den Investitionsgrad, mit vielversprechenden Aktien, erhöhen zu können. Bei seitwärts laufenden Börsen werde ich weiterhin selektiv kleine, kurzfristige Trades umsetzen, um auch weiterhin zu versuchen langfristig eine Outperformance zu erwirtschaften. Sollte der Markt sich zum Wochenstart schwächer zeigen, so sollte das Wikifolio gut von den Short-ETFs profierten können. Somit sehe ich mich für die kommenden Handelstage sehr gut vorbereitet und werde mich den gegebenen Umständen schnell anpassen.
Ich hoffe ich konnte Ihnen mit diesem Beitrag einen etwas tieferen Einblick in mein Vorgehen und der damit verbundenen Arbeitsweise nahe bringen.
Ich wünsche allen eine erfolgreiche neue Woche und sollten Sie ein Anliegen oder Fragen haben, schreiben Sie mir doch einfach eine E-Mail oder hinterlassen Sie Ihre Nachricht in der Kommentarfunktion.

Mit freundlichen Grüßen

A. Albietz